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Sven Gábor Jánszky: Lebenswelten 2023

Die technologische Veränderung unserer Lebensräume vollzieht sich in rasanter Geschwindigkeit. Insbesondere auf den Handel, mit seinen Einflussgrößen Produkt und Preis, wird sich diese Entwicklung auch zukünftig tiefgreifend auswirken.

Strategische Maßnahmen, diesem Trend zu begegnen, sind für den renommierten Trendforscher Sven Gábor Jánszky jedoch stets fehlerhaft: „Falls Sie eine Strategie haben für 2020, 2025 ‒ es ist gut, dass Sie sie haben. Aber sie ist falsch. Weil es immer eine Lücke gibt zwischen dem, was wir uns vorstellen und dem, was wird. Genau diese Wissenslücke bedeutet Veränderung.“ So ist die Entscheidung über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens für ihn eine Frage des Blickwinkels auf Veränderungen: „Sehen Sie in der Wissenslücke ein Risiko oder die Chance zur Verbesserung? Sind Sie offen für neue Regeln? Oder betrachten Sie diese als Risiko und Gefahr für Geschäft?“

Jánszky ist überzeugt: Datenbasierte Software wird richtungsweisend für die Veränderungen im Handel sein. Echtzeitdaten, die heute das Maß aller Dinge sind, werden schon bald von Prognosen über das Kundenverhalten überholt. Der Schlüssel hierfür ist die intelligente Sammlung, Vernetzung und Analyse von Daten, die Vorhersagen über zukünftiges Verhalten möglich machen.

"Datenbasierte Software wird richtungsweisend
für die Veränderungen im Handel sein."

In diesem Zusammenhang wird sich Jánszky zufolge auch die Rolle und das Geschäftsmodell des Verkäufers verändern. Denn wenn Maschinen mehr über Kunden wissen als Menschen und die Erwartungen dieser besser erfüllen, so werden auch die Grundwerte eines Geschäfts, nämlich Nähe und Vertrauen, beeinflusst. „Nähe wird in Zukunft nicht mehr in Metern gemessen. Sie lässt sich nicht mit der Anzahl von Filialen herstellen, sondern damit, dass sie permanent auf den Displays ihrer Kunden verfügbar sind, dass Sie die Bedürfnisse Ihrer Kunden beobachten, analysieren und proaktiv erfüllen. Die Anzahl und die Qualität der Interaktion mit Ihren Kunden wird immer wichtiger und die physikalische Nähe immer unwichtiger.“
 
Fachhändler werden sich von Experten zu „Identitätsmanagern“ verändern, die ihre Kunden als Coach begleiten und nicht ein Produkt verkaufen, sondern eine Lebensart. Zwar ist die Einkaufsumgebung technisiert und wird dort eingesetzt, wo sie hilft, zum Beispiel bei Preisvergleichen und Kunden-empfehlungen. Stört sie jedoch das realweltliche Einkaufserlebnis, so wird sie abgeschaltet.

Seine Prognose für den Produktbereich ist eindeutig: „Standard verschwindet!“ Auf die Adaption des Angebots mithilfe der zurückkgespielten Kundendaten kommt es in Zukunft an. Dieses wird in Bezug auf den Preis und die Auswahl immer effizienter, persönlicher und individueller auf den Kunden angepasst. Wichtig hierfür ist die Digitalisierung der Schnittstellen zum Kunden. Jánszkys Empfehlung hierzu: „Gehen Sie den Weg der Gruppe mit, so viel Digitales wie möglich einzusetzen. Es gibt einiges zu erledigen in den nächsten Jahren.“

Bilder: Sven Gábor Jánszky⇒ Impressionen zum Vortrag von Sven Gábor Jánszky